Vertrauen Sie ihrem Computer oder sind Sie vertrauenswürdig genug ihren Computer zu benutzen?
30. Juli 2008
Aber Hallo!!! Das ist eine Frage die wohl sehr ins Eingemachte geht. Also jeder von uns ist wohl der Meinung das er auf seinem Computer machen darf was er will. Schliesslich ist es ja SEIN Computer. Tja, aber genau dieser Meinung sind scheinbar die Damen und Herren der Computerindustrie nicht, die sich zur TCPA zusammengeschlossen haben und sich das Thema “Trusted Computing” auf ihre Fahnen geschrieben haben, oder unser Herrn Schäuble und Konsorten. Ist es wirklich schon 1 vor 12 in Richtung “BigBrother”?
Wenn ich mir die Ideen dieser Leute ansehe, die eine “Jeder ist erstmal Schuldig bis er seine Unschuld bewiesen hat” und “Egal ob es ihr PC ist, wir entscheiden was sie damit dürfen”-Meinungen vertreten und uns damit nicht nur einen gesunden Menschenverstand abschreiben, sowie das Recht darauf mit unserem Eigentum tun und lassen zu dürfen was wir wollen, sowie das Recht auf Informationsfreiheit und freie Meinungsäusserung aberkennen, kommt mir das kalte Kotzen hoch. Wenn man sich mal genauer mit “Trusted Computing” beschäftigt ,wobei mir der Terminus “Trusted”, also “Vertrauenswürdig”, völlig absurd vorkommt, wir man feststellen, das wir nach Willen der Softwarehersteller, Hardwarehersteller, Film und Musik-Industrie mehr und mehr entrechtet werden sollen und deren Diktat unterworfen. Man will sich damit die Möglichkeit schaffen, zu bestimmen was wir zu konsumieren haben, wo wir es konsumieren, und ob wir anderen darüber berichten dürfen, wenn uns ein Film oder eine CD nicht gefallen hat.
Also ich hätte da keinen Bock drauf, mir von einer Firma vorzuschreiben zu lassen wie ich mein Eigentum benutzen darf oder meine Meinung über dieses oder jenes andere Produkt zu äussern. Würden Sie es wollen?
Das Schlimme aber an dieser Utopie ist, das unsere Politiker die Rechtsgrundlagen dafür schaffen wollen. Nicht nur unser Herr Stasi 2.0 ist einer derer, die in ihrer Paranoia “Jeder von uns ist erst einmal gefährlich” mehr und mehr uns entrechten und entmündigen wollen. Da stellt sich mir natürlich die Frage, wie tief stecken die Lobbisten der Industrie in den Ärschen dieser Entscheidungsträger, so das es diesen die Luftzufuhr zum Gehirn abschneidet, oder sind unsere Volksvertreter schon so abgehoben von der Realität, das das Volk in ihren Augen nicht mehr nur das “gemeine Volk” ist, sondern mittlerweile für sie, die uns mehr und mehr an die Industrie verkaufen, gefährlich geworden sind. Sicher sind wir gefährlich, jedenfalls wenn wir anfangen uns in Massen zu organisieren und dagegen anzukämpfen, das wir am Ende nur noch Nutzvieh sind welches durch unsere Arbeit ihren Reichtum mehrt und wir uns selber dabei mehr und mehr auf das Existenzminimum zubewegen. Nennt es meine Art von Verschwörungstheorie, aber ich denke das es darauf hinaus läuft, das wir durch Gehirnwäsche, unter Einsatz von konstantem Konsumterror, umprogrammiert werden sollen bis wir eines Tages nur noch Konsumenten und Arbeitstiere sind. Aber ich schweife vom Thema ab… zurück zum Thema, ob Sie vertrauenswürdig genug sind, ihrem PC so zu benutzen wie Sie und nur Sie es wollen.
Wie also soll Trustet Computing aussehen?
Stellen wir uns mal vor, Sie haben einen PC mit Word und haben ein Dokument verfasst, welches Sie nun wieder öffnen wollen weil sie Änderungen daran machen müßen. Ihr PC erklärt Ihnen plötzlich, dass Sie nicht mehr berechtigt sind dieses Dokument zu betrachten, weil Sie nicht die aktuelle Version von Word haben und erst nach dem Update wieder das Recht haben würden Ihr Dokument zu lesen. Wären Sie nicht darüber verärgert und würden Sie dann das Update kaufen? Ja??? Echt…. wieso? Hallo, Ihnen wird das Recht genommen Ihre Daten zu lesen und Sie schmeissen diesen Leuten, die sie auf diese Art und Weise bevormunden, auch noch Geld in den Rachen? Schön Blöd von Ihnen!!!!!
Ich würde an Ihrer Stelle alles andere tun, und ganz sicher auf einen anderen Textprozessor umsteigen, der mir nicht sagt, das ich kein Recht darauf habe meine eigenen Dokumente zu öffnen, weil der Konzern, der die Software vertreibt, noch nicht genug Geld von ihnen bekommen hat. Daher nutze ich möglichst “freie” Software wie OpenOffice und nehme auch keine Word-Dokumente mehr an, sondern bestehe darauf das man mir Dokumente in einer freien, nichtproprietären Form zuschickt.
Bleiben wir beim PC, diesmal jedoch einem PC älteren Baujahrs, schliesslich spielen Sie ja nicht die neuesten Spiele und benutzen Ihren PC nur dazu um ein bisschen im Internet zu surfen, Briefe und eMails zu schreiben oder sich anderweitig die Zeit zu vertreiben. Aus diesem Grund kaufen Sie sich auch nicht jedes Jahr einen neuen PC und Ihrer ist somit schon mehr als 12 Monate alt. Jedenfalls schalten Sie ihn ein und warten bis er hochgefahren ist. Nur diesmal erscheint nicht das gewöhnte Login, sondern eine andere Systemmeldung. Verblüfft lesen Sie, wie ihnen Ihr Betriebssystem nun verlautbart, es wird solange Ihren PC nicht mehr zu betreiben, bis sie sich nicht eine neue Grafikkarte zulegen, da diejenige, welche Sie benutzen, seit dem letzten Update nicht mehr von diesem Betriebssystem unterstützt wird, der Hersteller der Grafikkarte hat nämlich beschlossen, das ihre Grafikkarte lange genug ihren Dienst verrichtet hat und ihr Recht, diese Komponente zu benutzen, abgelaufen sei. Hallo??? Ich nehm das Ding solange her, wie ich will oder es kaputt geht und nicht nur solange der Hersteller es mir erlaubt. Schliesslich habe ich diese Grafikkarte gekauft und somit alle Rechte über die Art und Dauer der Benutzung erstanden. Von dieser Firma kauf ich nichts mehr, würden Sie es machen!
Nochmal Ihr PC, stellen Sie sich vor, das Sie gezwungen wurden ein Update zu machen, da sonst Ihr Betriebssystem Ihnen verbietet ihre eMails abzurufen und mit der neuen Software auch Code mitaufgespielt wurde, der alles was Sie am PC an Software installiert haben an den Hersteller des Betriebssystems sendet. Stellen wir uns weiter vor, das Sie nun ein Programm auf Ihrem PC beruflich nutzen und der Hersteller des Betriebssystems ein Konkurrenzprodukt hat. Als nächstes stellen Sie sich nun vor, das der Hersteller ihres Betriebssystems Ihnen nun verbietet dieses Programm zu starten, weil er will das sie sein Produkt benutzen und nicht das der Konkurrenz. Sie können damit nicht mehr auf wichtige Daten zugreifen und verlieren einen Kunden. Auch keine schöne Vorstellung, oder? Ich würde mich damit in meinem Recht beschnitten fühlen, frei zu entscheiden welches Produkt ich benutze und würde mir nicht vorschreiben lassen was ich zu benutzen habe.
Oder ein anderes Beispiel. Sie haben sich eine DVD mit ihrem Lieblingsfilm gekauft und wollen diesen an einem schönen Abend zuhause vor dem Fernseher geniesen. Sie richten sich Chips und Getränke her, legen die DVD in ihren Player und schalten den Fernseher ein. Nur anstatt des Filmgenusses erwartet Sie eine Nachricht von ihrem DVD-Player, der Ihnen mitteilt das sie diesen Film zu oft gesehen haben und erst die Rechte dafür erwerben müßen um ihn weiter ansehen zu dürfen (also eine neue DVD des gleichen Films kaufen müßen), gefolgt von Werbung für weitere Filme, die ihr DVD-Player sich aus dem Internet geladen hat, zugeschnitten auf Ihr persönliches Profil, aus ihren Sehgewohnheiten generiert, welches ihr DVD-Player an die Filmfirma gesendet hat, da er ja alles was sie sich ansehen mitprotokolliert, schliesslich müßen Sie ihren DVD-Player ans Internet anschliessen, sonst funktioniert er nicht. Dieser Filmabend wäre wohl versaut, oder?
Nehmen wir jetzt mal Ihr Mobiltelefon. Würden Sie sich ein Handy kaufen, welches Ihnen verbietet mit Ihrer Familien zu telefonieren, weil das Handy Ihrer Mutter zu alt ist. Erst wenn Ihre Mutter nun ein neues Gerät hat, würden Sie wieder mit ihr Telefonieren dürfen. Und jetzt stellen Sie sich vor, das das Gespräch verdammt wichtig wäre! Würden Sie sich so ein Telefon kaufen????
(Nachtrag: Kaufen Sie sich ein iPhone von Apple, dürfen Sie bereits jetzt dieses Gerät in Deutschland nur mit einem Vertrag der deutschen Telekom betreiben. Mit einem anderen Kartenvertrag lässt es sich nicht benutzen und es geht hier nicht um Prepaid-Telefone mit SIM-Lock. Hier werden Sie schon von der Industrie bevormundet und das ganz Legal)
Das sind nur ein paar Beispiele dafür wie Trusted Computing, so wie es sich die Industrie vorstellt und auf das unsere Politiker hinarbeiten, so wie sich Trusted Computing auf Ihr Leben auswirken könnte. Nicht falsch verstehen, “Computing” hat sogesehen nichts mit Computern zu tun, aber andererseits schon, schliesslich sind auch Handys schon kleine PCs. Sie haben ein Betriebssystem und bestehen aus Chips wie Ihr PC.
So, jetzt stellen wir uns die Frage, wer hier wohl das Recht zu bestimmen hat, was man mit seinem Eigentum tun und lassen darf und ob Sie vertrauenswürdig genug dafür. Sie oder die Hersteller des Gerätes, welches Sie sich gekauft haben und das somit ihn Ihr Eigentum übergegangen ist.
Und noch eines, meinen Sie wirklich das unsere Politiker sich dann keine Hintertürchen einbauen lassen, die es ihnen gestatten würden Sie auszuspionieren. Der Bundestrojaner ist ja die erste hirnrissige Idee in diese Richtung von Schäuble und Co, genauso wie die Vorratsdatenspeicherung, welche ja schon umgesetzt wird und bereits geltendes Recht ist. Also ich habe keine Lust darauf das der BND mithören kann, was ich anderen Leuten am Telefon zu sagen habe oder welche Seiten ich im Internet besuche. Ich bin weder ein Staatsfeind noch ein Terroist, nur weil ich eine andere Meinung als unsere Politiker habe.
Der Dude

Links:
http://www.gnu.org/philosophy/can-you-trust.de.html
http://www.gnu.org/philosophy/no-word-attachments.de.html
Ist die ICA über ihre eigene Arroganz gestolpert?
22. Juli 2008
Also ich möchte auch diesem Blog voranstellen, das es sich um meine persönliche Meinung handelt und die Aussagen darauf beruhen, was ich selbst erlebt habe und andere mir berichteten.
Nun da ich ja die Abschlussprüfung an der ICA Interkom Akademie, aus in den anderen Blog zum Thema ICA bereits beschriebenen Gründen, nicht mitmachen durfte sah es kurz so aus, als ob auch noch die ARGE auf mich einklopfen würde. Doch nachdem ich auf die Schadensersatzforderungen der ARGE Einspruch eingelegt hatte und sowohl das BFE in München als auch das Zentral BFE in Nürnberg über die Zustände an der ICA aufgeklärt hatte, nahm die ARGE die Schadensersatzforderungen gegen mich zurück. Scheinbar haben meine Faxe und die Tatsache, das die ICA keinen der anderen Teilnehmer aus meinen Kurs durch die Abschlussprüfung kommen lies, ihre Wirkung bei den Vergabestellen erzielt und der ICA keine weiteren Teilnehmer aus München und Umgebung mehr schickt.
Aber es gibt noch mehr unerfreuliche News für die ICA.
Tja, damit hätten Herr und Frau Franz, sowie der leitende Dozent Herr Nolte, in ihrer unermesslichen Arroganz niemals gerechnet. Da sie nun den Arbeitsgerichtsprozess gegen den ehemaligen Dozenten Herrn Mertl in allen Punkten verloren haben und Sven Bruins dank eines Gurtachtens nachweisen kann, dass die Akademie bei der Abschlussprüfung absichtlich alle Teilnehmer durchfallen lies. Ja, das ist richtig gelesen, keiner der Teilnehmer der Klasse CFE07B hat die Zertifizierung geschafft. Dies erreichte die ICA durch einer Zensur die scheinbar nicht die Ergebnisse bewertete, sondern wie sehr man von der Akademieleitung “gemocht” wurde. Deswegen ließen sich Sven Bruins und sein Anwalt auch nicht auf en von der ICA vorgeschlagenen Vergleich ein. Nach Angaben von Sven, mir gegenüber, zeigte selbst der Richter für diese Entscheidung Verständnis. Mir scheint, das es der ICA nun ganz schön an den Kragen geht. Auch der Kurs Web-Developer 2.0 muss mit der ICA Leitung ganz gewaltig aneinander geraten sein, wie sich vernehmen lies.
Nun ist es also so, das die ICA scheinbar aus München und Umgebung (Erding, Augsburg, Freising) keine Leute mehr bekommt und womit wollen sie ihre Akademie weiter betreiben? Mit leeren Zimmern sicherlich nicht. Hier hat sich die schlechte Qualität nicht behaupten können und das ist gut so!
Leider habe ich im Netz, ausser ICA eigener Werbung und meinem als auch Hans Glommes Blog ( http://www.glomme.de/joomla15/news/allgemeines/quo-vadis-ica.html ) nichts von anderen gefunden, die gleich schlechte Erlebnisse mit der ICA hatten. Mich hätte zu sehr interessiert, welche Probleme die Leute aus dem Web 2.0 Developer Kurs mit der ICA hatten. Auch hätte ich gerne mehr Meinungen zur ICA veröffentlichen wollen, die nicht nur von mir stammte.
Der Dude